Warum Heimat wichtig ist

Erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland wird es auf Bundesebene ein “Heimatministerium” geben. Welche Bedeutung diesem neuen, dem Innenministerium verbundenen Ressort, beizumessen ist, zeigt sich schon allein daran, dass der scheidende Bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer persönlich dieses Amt übernehmen wird. Damit folgt der Bund dem bayerischen Vorbild, wo Horst Seehofer bereits 2013 ein Heimatministerium mit Dienstsitz Nürnberg ins Leben gerufen hatte.

Warum aber ist ein Heimatministerium notwendig, warum ist der Begriff “Heimat” für uns in Bayern so zentral und was hat das mit der Integration der Menschen, die aus dem Ausland zu uns kommen oder nichtdeutsche Wurzeln haben, zu tun? Wie viele politische Entwicklungen der jüngeren Vergangenheit zeigen, empfinden die Menschen im Zuge der Globalisie-rung, weltweiter Migrationsbewegungen und der immer stärkeren Vernet-zung und Informationsdichte durch neue Kommunikationsmedien zuneh-mend die Sehnsucht nach Vertrautem, nach Heimat und Identität.

In vielen Ländern entwickeln sich städtische Ballungsräume und ländliche Regionen immer weiter auseinander. Dabei geht es beileibe nicht nur um Wirtschaftskraft, Chancen auf dem Arbeitsmarkt und Digitalisierung, sondern auch um Werte und den Blick auf die Welt. Diese Entwicklung sehen wir in Deutschland, aber auch in fast allen anderen europäischen Ländern wie auch in der Türkei. Manche machen es sich zu einfach, indem sie Ballungsräume und Peripherie gegeneinander ausspielen. Das ist grundfalsch. Beides gehört dazu, und das eine ist nicht besser oder schlechter als das andere. Erst zusammen ergeben sie eine liebenswerte Heimat.

Die Aufgabe der Politik ist es, für vergleichbare Lebensbedingungen und echte Entwicklungsmöglichkeiten zu sorgen, ganz unabhängig davon, wo man in Deutschland – oder in der Türkei – lebt. Und anzuerkennen, dass es unterschiedliche Einstellungen und Lebensmodelle gibt. Jeder soll sich zuhause fühlen können in unserem Land. Denn nur, wenn man seine Identität bewahren kann, fühlt man sich wirklich daheim. Aus diesem Grund pflegen wir in Bayern unsere Traditionen und unser Brauchtum, stehen aber auch ein für Toleranz nach dem Motto des “Leben und leben lassen”.

Diese Toleranz findet freilich dort ihre Grenzen, wo es um grundlegende Regeln des Zusammenlebens geht. Es gibt in unserem Land Gesetze und Normen, Umgangsformen und auch grundlegende Werte, die nicht verhandelbar sind. Dazu gehören die Achtung der Menschenwürde, das Recht auf Selbstbestimmung, die Meinungs- und Religionsfreiheit und die Gleichberechtigung der Geschlechter. Darauf beruht unser Zusammenleben, und in diesem Rahmen kann jeder seine überkommene kulturelle Identität bewahren. Und weil das möglich ist, leben die Menschen gerne hier.

Für viele Menschen mit Migrationshintergrund ist Bayern längst zur Heimat geworden. Sie fühlen sich als Bayern, nicht selten ist ihre Mundart bayerisch gefärbt und sie sind stolz auf das Land, in dem sie leben und dem sie sich zugehörig fühlen. Sie bekennen sich zu unseren gemeinsamen Werten und fühlen sich zugleich auch der Kultur und den Traditionen des Landes verbunden, aus dem ihre Vorfahren stammen. Das eine schließt das andere nicht aus. Aber um das zu respektieren, muss man wissen, was Heimat ist und auch selbst eine haben. Denn wer keine Wurzeln hat, verliert leicht den Boden unter den Füßen. Deshalb ist Heimat so wichtig.

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